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05.08.2010




 

Blankenheimerdorf am 21.07.2010

Herzlich willkommen in Blankenheimerdorf

Schaaf
Schaaf ist ein sehr häufiger Familienname auch bekannter Persönlichkeiten, der Fußballtrainer von Werder Bremen beispielsweise heißt Thomas Schaaf. Der Name Schaaf wird wie „Schaf“ gesprochen, der Eifeler kennt den Ausdruck aber auch mit gedehntem a, wie beispielsweise bei „Maria Laach.“ Damit ist dann der Schrank gemeint, der in unserem Dialekt geschlechtslos wird: Et (das) Schaaf. Es gab beispielsweise das Köcheschaaf (Küchenschrank), in dem neben Steintöpfen mit Schmalz, Salz und Butter, das Alltagsgeschirr untergebracht war. Das joot Jeschier (gutes Geschirr) wie Goldrandteller und Porzellantassen, wurden im Wandschaaf (Wandschrank) in der guten Stube aufbewahrt. Den Kleiderschrank nannte man Klejderschaaf und ein kleines Wandschränkchen war et Schääfje. Vor etwa 20 Jahren starb in Blankenheimerdorf Hermann Schaaf, ein Junggeselle aus ärmlichen Verhältnissen. Wegen eines Sprachfehlers wurde er belächelt, auf manchem Wissensgebiet steckte er aber den „Gescheiten“ spielend in die Tasche. Seine Spezialfächer waren die Mathematik und die Optik. Die Familie Schaaf wohnte zuvor in Nonnenbach, ich erinnere mich noch aus meiner Kindheit an Schaafs Hüüsje, ein kleines Wohnhaus beim Anwesen Plützer (Hausname „Knubbe“). Auch Schaafs Dröggche (Gertrud) ist mir noch in Erinnerung, die Mutter von Hermann. „Schaaf“ ist übrigens das holländische Wort für Hobel, davon abgeleitet ist „beschaafd“ und das bedeutet „Bildung.“

Schaav
Dieses Mundartwort wird wie „Schaf“ ausgesprochen, ist aber von schave (schaben, das v wird wie w gesprochen) abgeleitet und bedeutet wörtlich „Schabe.“ Damit wird nicht etwa das Ungeziefer gleichen Namens bezeichnet, vielmehr ist der große hölzerne Gemüse- oder Krauthobel gemeint, den früher die Leute bei der Zubereitung von Suëre Kappes (Sauerkraut) brauchten. In Miniformat gibt es das Gerät auch heute in der modernen Küche. Die Schaav unserer Eltern war ein gut meterlanges und 40 Zentimeter breites Holzbrett mit drei oder vier schräg angeordneten Messern und einem in Führungsnuten laufenden Hobelkasten, Schledde (Schlitten) genannt, der einen ganzen Kappes (Kohlpflanze) aufzunehmen vermochte. In jedem Dorf gab es zumindest eine Schaav, die in Privatbesitz war, die aber reihum durchs ganze Dorf ausgeliehen wurde. In Blankenheimerdorf wurde das Gerät bei Scholle Pitter (Peter Reetz, der Gemeindediener) aufbewahrt Im großen Dorf war in der Kappeszitt (Kohlerntezeit) die Nachfrage entsprechend groß, oft konnte man die Schaav nur für Stunden ausleihen.


Schalingsei
Ein ohne feste Schale abgelegtes Vogelei in der elastischen Eihaut. Die offizielle Bezeichnung ist „Windei“ (Bünting, Deutsches Wörterbuch 1996)). Unsere Hühner daheim produzierten häufig ein Schalingsei. Die Haut war meistens erstaunlich stabil, das Ei wurde mit einem Löffel vorsichtig aufgenommen und in die Pfanne getan. Als Spiegelei war auch das Schalingsei verwertbar.

Schang
Ein heute noch gebräuchliches Relikt aus der Franzosenzeit: Die Verdeutschung des französischen Männernamens Jean. Der Eifeler Dialekt kennt allerdings überwiegend den Ausdruck Schäng. Der letzte Bürgermeister der selbständigen Gemeinde Blankenheimerdorf hieß Johann Leyendecker, an der Oberahr kannte man ihn aber nur als „Schang“. Das war sozusagen sein Markenzeichen, „Schäng“ war geradezu unmöglich und hätte absolut nicht zu der markanten Persönlichkeit gepasst. „Schang“ war ein Begriff an jedem Ratstisch, in jeder Verwaltung, sogar im Kreistag, einen zweiten Schang gab es nicht. Leyendeckesch Schang war vom 02.11.1948 bis zur kommunalen Neugliederung 1969/70 Bürgermeister im Dörf und daß er sein „Handwerk“ verstand, beweisen fast 22 Amtsjahre. Schang starb am 11. Juni 1971 im Alter von 77 Jahren. Der Platz an der Nürburgstraße gegenüber seinem damaligen Wohnhaus ist nach ihm benannt: Jean-Leyendecker- Platz.

Schanze
Schanze ist im Dialekt die Mehrzahl von Schanz und bezeichnet die Reisigbündel zum Beheizen des hauseigenen Backofens, den es früher in fast jedem Bauernhaus gab. Das Wort ist unverkennbar von den „Schanzen“ zur Befestigung von Kampfstellungen im Krieg abgeleitet. Eine gefällte Buche wurde früher „mit Stumpf und Stiel“ verwertet: Der Stamm war Nutz- oder Brandholz, die stärkeren Äste kamen als Knöppele (Knüppel) zum Brandholz, das schwache Geäst und Reisig wurde zu armlangen Schanze zurecht gehackt und gebündelt. Die Bündel waren in ihrem Umfang so bemessen, dass sie ungeöffnet gut durch die niedrige Backofentür passten. Als Bindematerial dienten dünne Wegge- (Weiden-) oder Noßheckejusche (Haselnussruten), die mit verbrannten. Die Schanze wurden unter dem weit vorspringenden Schuppendach gelagert, im Backofen entfachte das trockene Material im Handumdrehen ein Höllenfeuer. Es verbrannte unterdessen auch rasch und man musste häufig nachlegen. Schanze wurden auch zum Herdanheizen verwendet.

Schleckstöck (weiches e und ö)
Wörtlich Schluckstück, bezeichnet die Kehle. Ein ähnliches Wort ist Schleckes. Die Ausdrücke wurden und werden meist in negativen Redewendungen angewandt : „Jeff (gib) dech en de Rouh (Ruhe) soß (sonst) kreste eene vüer et Schleckstöck“. Pitter hatte Halsschmerzen und knurrte : „Ech wejß net, wat mot mir loss os, et Schleckes dejt mir wieh.“

Schlotterfass
Mundartausdruck für den Wetzsteinbehälter oder Wetzsteinhalter, der beim Sensenmähen am Hosenbund im Rücken mitgeführt wurde. Auf alten Zeichnungen trägt ihn der Schnitter auch vor dem Bauch, wo er aber bei der Arbeit hinderlich war. Das klassische Schlotterfaß war aus einem möglichst schnack (gerade) gewachsenen Rinderhorn gefertigt und mit einem Metallbügel zum Einhängen in den Gürtel versehen. Oft wurde der Behälter auch aus einem ausgehöhlten Weichholzstück oder aus Metall hergestellt. Das war aber nicht „standesgemäß“, Ohm Mattes beispielsweise hätte niemals ein Schlotterfaß aus Zinkblech benutzt. Ganz früher besaß das beim Mähen unentbehrliche Gerät die Gestalt eines länglichen und an einem Ende offenen Holzfässchens, das im Rhythmus der Körperbewegungen am Gürtel schaukelte. Der Schliefstejn (Schleifstein) schlackerte und schlotterte deutlich hörbar mit: Schlotterfaß. Das ist kein eifelspezifischer Ausdruck, das Schlotterfaß kennt man beispielsweise auch im Hunsrück.

Schmanddöppe (weiches ö)
Das Schmanddöppe ist der „Rahmtopf“ und der spielte in den Kriegsjahren eine bedeutende Rolle. Die Trommeln der Milchzentrifugen und die Flügeleinsätze vom Butterfass waren „requiriert,“ der Eifelbauer hatte die gesamte Vollmilch abzuliefern und bezog dafür von der Molkerei sein genau berechnetes Quantum Butter und Magermilch. Kein guter Bauersmann, der nicht Abhilfe gesucht und gefunden hätte. Schwitt, Minka und Schweizer (Tiernamen) lieferten manchen Liter „schwarze“ Milch, die wurde in Töpfe gefüllt, Tage später wurde der Rahm abgeschöpft und im „Schmanddöppe“ gesammelt. Bei ausreichender Menge wurde mit dem Briebeißem (Breibesen) im Stejndöppe (Steintopf) Butter geschlagen. Das war Verrat an Führer, Volk und Vaterland und eine gewaltige Straftat, der durch überfallartige motorisierte Blitzkontrollen Einhalt geboten werden sollte. In jedem Haus gab es aber kontrollsichere Geheimverstecke und der dorfinterne Nachrichtendienst funktionierte ausgezeichnet: Wir Pänz wurden beim Auftauchen der gefürchteten Beiwagenmaschine unverzüglich mit der Nachricht auf Trab gebracht: Dr Kontrollör os do.

Schuër
„Do kött en Schuër Rään“ (Da kommt ein Regenschauer), stellte Bahne Mattes beim Heueinfahren fest und deutete besorgt auf die heranziehenden Wolken. Der Schauer ist in der Mundart weiblichen Geschlechts: Die Schuër. Das Wort gilt selbstredend auch für Schnee- oder Hagelschauer, nicht aber für den Schauer, der uns im Zusammenhang mit Angstgefühl oder Schrecken über den Rücken läuft (Gänsehaut). Hier spricht der Volksmund von Schudder. Die Schuër ist in jedem Fall eine kurzzeitige und vorübergehende Erscheinung oder Situation. Hierfür kennt der Eifeler Dialekt ganz spezielle Anwendungen. Wenn beispielsweise Schängche in geselliger Runde plötzlich reihenweise Witze vom Stapel lässt, freuen sich die Zuhörer: Jetz hätte wier seng Schuër (wörtlich: Jetzt hat er wieder seinen Schauer).

schuëre
Dieses Tätigkeitswort bedeutet „schauern“ und ist von Schuër hergeleitet. Mit et schuërt wird der plötzliche Niedergang etwa des Regenschauers bezeichnet, „schuëre“ bedeutet aber auch das Schutzsuchen vor eben diesem Regenfall. Wir Kinder krochen beispielsweise unter den beladenen Heuwagen, wenn uns unvermutet ein Heudresser (Regenguss) überraschte, und der Wanderer „schuërte“ unter dem dichten Laub- oder Nadeldach von Bööch (Buche) oder Dänn (Fichte, Tanne), bis der Regen nachließ. Ganz allgemein wurde auch das Einlegen einer kurzen Arbeitspause als „schuëre“ bezeichnet, überwiegend sprach man allerdings bei solcher Gelegenheit von ens aanmaache (Raucher-, Zigarettenpause). Eine weitere Bedeutung von schuëre ist „scheuern.“ So war unter anderem dr Herd schuëre (die Herdplatte scheuern) mit Schmirjel und Herdwieß im Bauernhaus eine unvermeidliche Alltagsbeschäftigung, die glänzende Herdplatte war der Stolz der Hausfrau. Herdscheuern war besonders mühsam und schweißtreibend, wenn etwa de Melech üwwerjekauch (die Milch übergekocht) und auf der Platte festgebrannt war. Eine derbe, aber nicht wörtlich zu nehmende Eifeler Weisheit besagte früher: Dreck schuert dr Mare (Dreck scheuert den Magen).

schwonk (weiches o)
Ein typisches „Dörfer“ Dialektwort mit der Bedeutung „zu schwach“ oder „der Belastung nicht gewachsen.“ Gelegentlich brach beim Heueinfahren durch zu starkes Spannen der Wessboum (Wiesbaum) und die Bäuerin wetterte erbost: Dä, jetz stohn mir do! Ech han jo emmer jesoot, dat vimpschisch Böümche oß vell ze schwonk (So, jetzt stehen wir da! Ich habe ja immer gesagt, das kümmerliche Bäumchen ist viel zu schwach). Schwonk wurde hier und da auch in der Bedeutung von „biegsam, elastisch“ gebraucht. Der Bauer schnitt beispielsweise in der Noßheck (Haselstrauch) en schwonk Jusch (eine biegsame Gerte) als Stiel für die lange Ploochschmeck (Pflugpeitsche zum Dirigieren des Gespanns über den Pflug hinweg). Überwiegend bezeichnete man eine solche Gerte allerdings als schmuck Jusch.

Sech bedde
„Sich beten,“ ein etwas seltsames Dialektwort für das persönliche Gebet. Das gemeinsame Gebet etwa in der Kirche wurde einfach bedde (beten) genannt, und bei der Duëdewaach (Totenwache) wurde dr Ruësekranz jebedd (der Rosenkranz gebetet). Die persönliche „Unterhaltung“ mit Gott, das Morgen- oder Abendgebet beispielsweise, wurde als „sech bedde“ bezeichnet. So redete Mam (Mutter) dem Nachwuchs beim Frühstück ins Gewissen: Hat ihr öch och all jebedd (wörtlich: Habt ihr euch auch alle gebetet). Und abends hieß es vor dem Schlafengehen: Nu jö, jetz wiëd sech jebedd on dann de Trapp erop (Auf geht’s, jetzt das Nachtgebet und dann ins Bett). Ein Stoßgebet umschrieb der Volksmund mit bedd on sähn dech (bete und segne dich), bei einem riskanten Unternehmen beispielsweise: Bedd on sähn dech, dat et joot jeht (übersetzt: Gott gebe, dass es gut geht).

Stejndöppe 
(weiches ö)
Heute mehr oder weniger nur noch zu Dekorationszwecken gebraucht, war das „Stejndöppe“ (Steintopf, Steinzeug) zur Zeit unserer Eltern ein unentbehrliches Haushaltsutensil im bäuerlichen Alltag. Stejndöppe gab es in allen denkbaren Formen und Größen. In jeder Eifeler Küche hing das Gewürzregal an der Wand mit verschließbaren beschrifteten Keramikgefäßen in verschiedenen Größen. Im Köcheschaaf (Küchenschrank) wurden Butter und Schmalz, Salz und Zucker in Steintöpfen verwahrt. Besondere Bedeutung kam dem Stejndöppe bei der Herstellung von Suëre Kappes (wörtlich: saurer Kohl = Sauerkraut) zu. In das mächtigen Gefäß wurde der gehobelte Wieße Kappes (Weißkohl) mit Salz und Wacholderbeeren lagenweise eingestampft und verwandelte sich nach zwei bis drei Monaten in jenes Standardnahrungsmittel, das uns Deutschen im Krieg bei den Amis den Spottnamen „Krauts“ eintrug.


stippe
Das Mundartwort für „stützen, stabilisieren.“ Der Stippe war früher ein Zaunpfahl oder auch ein Stützbalken, ein dünnes Stöckchen war ein Stippche. Ein bekanntes Wort war e Stippche steiche (Ein Stöckchen stecken = einen Riegel vorschieben). Ein heute fast vergessener Dorfbrauch war das „Hausstippen“ anlässlich einer Hochzeit. In der Hochzeitsnacht wurde das Brauthaus mit Holzstämmen, Wagenbrettern, Leitern und ähnlichem Material jestipp (gestützt), damit die Wände ein etwaiges „Beben“ überstanden (Dettman/Weber). Dieses an sich heimliche Tun wurde selbstredend bemerkt, manchmal wurden wir Stipper ins Haus gebeten und mit ein paar hochprozentigen Stärkungen für unsere „Schwerarbeit“ gerüstet. Das Stippen war Ehrensache und ein Beweis für die Beliebtheit der Brautleute im Dorf, Nichtstippen hätte eine Kränkung bedeutet. In der Regel wurde beim Stippen die Haustür verbarrikadiert, der Bräutigam musste morgens zum Gaudium der Nachbarn aus dem Fenster steigen und das Hindernis beseitigen. In Blankenheimerdorf war das Stippen noch in den 1960er Jahren üblich. Auf stippe im Sinne von „herausstrecken“ ist auch das Stippeföttche aus dem Kölner Karneval zurückzuführen.

Stöck (weiches ö)
Stöck bedeutet generell „Stück,“ ist also Teil eines Ganzen, e Stöck Papier beispielsweise oder e Stöck Kooche (Kuchen). Es gibt aber auch weitere Anwendungen. In der Landwirtschaft spricht man vom Jromperestöck oder vom Koorstöck und meint damit das Kartoffel- und das Kornfeld. Ein Acker allgemein wurde oft einfach „Stöck“ genannt. Das Stöck war nicht zuletzt zu unserer Kinderzeit ein gängiges Wort für das Butterbrot: Mam, ech han Honger, kann ech e Stöck han bettelten wir bei Mutter, die uns dann en Schnedd Bruët (eine Brotschnitte) dick mit guter Butter bestrich und mit Zucker als Belag bestreute. Die Zuckerschnedd war eine echte Leckerei für uns. Ein Stöckelche war und ist eigentlich ein kleines Stückchen, bezeichnet aber auch eine lustige Geschichte, eine Anekdote oder ein Verzällche (kleine Erzählung). Bekannt sind beispielsweise die in 1959 erschienenen Eefeler Stöckelcher (Eifeler Anekdötchen) aus der Feder des Heimat- und Mundartforschers Fritz Koenn aus Hellenthal.

Stombs Wellem
Stombs Wellem war ein Blankenheimerdorfer Original, das Seinesgleichen suchte. Er war Wanderschuster und lebte vor mehr als 100 Jahren (um 1900), ob seiner Erzählkunst und lustigen Streiche war er allenthalben beliebt. Einmal war er der Grund dafür, dass im „Dörf“ Pfingsten auf Ostern fiel (siehe Homepage-Seite „Wie´s früher war“). Auf ihn geht auch die heute noch übliche Behauptung zurück, dass es in Blankenheimerdorf alljährlich auf Pengs-Daach (Pfingsten-Tag) schneit. Die Behauptung stimmt. Pengste bedeutet Pfingsten, Daach heißt sowohl „Tag“ als auch „Dach.“ Das Haus der Familie Pfingsten gibt es noch heute im Ort und auf dessen Dach schneit es mit Sicherheit in jedem Jahr. Stombs Wellem hieß mit gut bürgerlichem Namen Wilhelm Pfingsten.

Strombännel (weiches o)
Das Wort müsste eigentlich „Strompbännel“ heißen, weil es „Strumpfband, Strumpfhalter“ bedeutet, „Strombännel“ ist aber leichter auszusprechen. Der Bännel ist allgemein ein Bändel, ein Band oder Bindeseil wie beispielsweise der Strühbännel zum Binden der Getreidegarben. Ein Stromp ist ein Strumpf, die Mehrzahl lautet Strömp, in Blankenheimerdorf war auch der Ausdruck Hosse (weiches s) üblich und analog dazu Hossebännel. Als Kinder trugen auch wir Jungen lange Strümpfe, die mit schwarz-grauem Gummiband am Lievje (Leibchen) befestigt waren. Diesen Strombännelsjummi kaufte man als Meterware beim Stotzemer, einem nach seinem Heimatort Stotzheim so benannten Hausierer, der regelmäßig bei uns erschien. Die gekauften Strümpfe kratzten jämmerlich auf der Haut und waren unbeliebt, die von Mam (Mutter) Selbstgestrickten waren sehr viel angenehmer. Obwohl wir kurze Hosen trugen, blieben die Hossebännele meist unsichtbar, weil die Hosenbeine trotz ihrer „Kürze“ bis knapp über die Knie reichten.

Suëre Kappes
Suër heißt „sauer“ und Kappes ist „Kohl,“ Suëre Kappes ist somit Sauerkohl oder Sauerkraut, das uns Deutschen im Krieg den Spitznamen „Krauts“ eintrug. Sauerkraut war und ist eins unserer Hauptgerichte, unsere Eltern stellten den Jahresbedarf an Suëre Kappes selber her. Die Höüter (Köpfe) vom wieße Kappes (Weißkohl) wurden mit der Schaav (Krauthobel) zerkleinert, mit Salz und Wacholderbeeren gewürzt und lagenweise in ein dem Bedarf entsprechend bemessenes Stejndöppe (Steintopf, Keramikgefäß) gefüllt. Unser Kappesdöppe daheim fasste 50 Liter. Die einzelnen Lagen wurden mit einem Holzstampfer möglichst fest zusammengepresst, so dass sich zum Schluss eine zentimeterdicke Saftschicht bildete, die den Topf luftdicht verschloss. Das war erforderlich, um eine Fäulnisbildung zu unterbinden. Damit die gestampfte Masse sich nicht lockerte und die Flüssigkeit wieder aufnahm, wurde sie mit einem Tuch und einem passenden Brett abgedeckt und mit einem gewichtigen Stein beschwert. Sauerkraut ist eine gesunde und schmackhafte Kost, bei uns daheim kam wenigstens einmal in der Woche Suëre Kappes önnerenanner (untereinander = mit gestampften Kartoffeln) auf den Tisch.
 

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