Wappen Blankenheimerdorf
Gästebuch

Letzte Aktualisierung

21.07.2010




 

Blankenheimerdorf am 21.07.2010

Herzlich willkommen in Blankenheimerdorf

jäng
„Jank ens jäng jät Jrompere holle“ (Geh mal rasch ein paar Kartoffeln holen) wurde Jüppche von Mam (Mutter) in den Keller geschickt. Das Umstandswort „jäng“ bedeutete generell „schnell“, wurde aber eigentlich nur im Sinne von „rasch, auf der Stelle, sofort“ angewandt, wenn also sozusagen etwas „auf die Schnelle“ geschah oder geschehen sollte. Die vom Dokter verschriebene Melezien (Medizin) mußte schnell beschafft werden und Paul wurde beauftragt: „Fahr jäng en de Apthek“. Eine Redewendung wie „Dr Zoch fährt jäng“ war dagegen völlig undenkbar, der Zug fuhr schnell, aber nicht jäng. Und wenn heutzutage Jannespitter seine Zeche bezahlt, um den sonntäglichen Frühschoppen zu beenden, tut er das mit den Worten: „Jut Jung jeht jetz janz jäng“. 

jappe

Nach Luft schnappen, gähnen oder hecheln. Es gab ein allgemein übliches geflügeltes Wort bei großer Sommerhitze : „Et oß esu hejß dat de Kroohe jappe“, daß also die Krähen nach Luft schnappen. Mühsam erklomm der etwas gewichtige Thuëres (Theo) den steilen Weganstieg und keuchte : „Jungejung, do sen (bin) ech äwwer fies aan et Jappe jeroode (geraten)“. Und nach getaner Arbeit gähnte Üem (Onkel) Pitter mehrmals herzhaft und stellte fest : „Ech han äwwer en Japperej am Liev, ech jlööv, ech moß mech jät op et Uhr läje“ (aufs Ohr legen).

Jasse Päädche
„Jasse“ war früher der Hausname des landwirtschaftlichen Anwesens Reetz auf dem Kippelberg (heute Roederstein). Ein „Päädche“ war und ist ein kleiner schmaler Fußweg, ein „Pfädchen.“ Nur noch die Senioren in Dorf erinnern sich an „Jasse Päädche,“ das damals als Zugang zu den Gärten am Ortsrand diente. Wo heute das Wohnhaus von Kajo Schlemmer steht, gab es früher Jasse Schüer (Scheune) und neben diesem Gebäude war der Aufstieg zu Jasse Päädche. Der meterbreite Pfad führte etwa 80 Meter weit zwischen Stacheldraht- und Gartenzäunen hindurch und mündete auf die Ortsstraße „Tonnenpesch,“ die damals noch ein namenloser Feldweg war. Links vom Päädche lag Jasse Wejd (Viehweide), rechts waren die Gärten von Scholtesse Lej (Leo Hess) und Scholle Pitter (Peter Reetz). Jasse Päädche verschwand in den 1960er Jahren bei der Flurbereinigung.

Jebönn
Auch Jebünn, Mundartwort für „Fußboden“ oder allgemein für Bretterboden. Das Jebönn war früher „wie für de Iëwichkejt (Ewigkeit)“ aus dicken Eichenbrettern unterschiedlicher Breite gezimmert. Die Ritzen füllten sich mit der Zeit von selber mit Putzrückständen und Schuhsohlenabrieb und wurden nie gereinigt. Die Bretter wurden in bestimmten Abständen, meist zu besonderen Festen, mit spezieller rotbrauner Jebönnfärv (Farbe) gestrichen, die eine lange Trockenzeit beanspruchte. Tagelang roch es im ganzen Haus unangenehm nach Jebönnfärv. Das Verlegen von Bodenbrettern nannte man bönne, auch später noch, als es Nut- on Fedder-Bredder (Nut- und Federbretter) gab. Der Angeber und Prahlhans wurde mit der Redewendung „bliev om Jebönn“ (bleib auf dem Boden) zurechtgewiesen und wenn jemand Prügel bezogen hatte, hieß es angelegentlich : „Dä hät se äwwer joot jebönnt krijje“.

jeckich Heulauch
Das mundartliche „Heulauch“ ist das hochdeutsche „Heuloch,“ ein etwas seltsamer Begriff, der aber in der kleinbäuerlichen Landwirtschaft früherer Jahre alltäglich war. Das Heulauch war die, durch eine Falltür verschließbare Bodenluke, durch die vom Heustall (Heuboden) aus die täglichen Futterrationen in den darunter liegenden Foderjang (Füttergang hinter den Krippen) befördert wurden. Ein Heulauch war aber auch die Maueröffnung unter dem Dach, durch die beim Abladen das Heu vom Wagen auf den Heuboden gereicht wurde. Als „jeckich Heulauch“ betitelte man damals einen humorvollen Zeitgenossen, der seine Mitmenschen gern veräppelte (sich lustig machte). Diese Bezeichnung ist vermutlich darauf zurückzuführen, daß man sich beim Heuabladen gerne „durchs Heulauch hindurch“ von draußen nach drinnen und umgekehrt, ohne sich sehen zu können, mit witzigen Bemerkungen bedachte: Verrücktes Heuloch.

Jefei
Zu Großvaters Zeiten war der Stallboden im Eifeler Bauernhaus mit groben, buckligen und meist an der Oberseite abgerundeten Feldsteinen gepflastert. Einen solchen Boden nannte man „Jefei,“ was offensichtlich auf das altdeutsche Wort „feien“ zurückgeht und „schützen, absichern“ bedeutete. Heute kennen wir allenfalls noch „gefeit“ als Ausdruck für „abgesichert“ oder „geschützt.“ Oft war auch im generell unbefestigten Hof des Bauernhauses entlang der Haustürfront ein meterbreiter Gehweg gepflastert, zum „Abtreten“ der Schuhe, damit der Hofschmutz nicht ins Haus getragen wurde. Dieses Jefei mußte jeden Samstag gereinigt werden und das war in der Regel eine undankbare Aufgabe des Familiensprösslings. Zwischen den Steinen klafften breite und tiefe Spalten, in denen sich der Schmutz sammelte. Das geeignete Reinigungsgerät war der Birkebeißem, (selbstgefertigter Besen aus Birkenreisig), dessen sperrige „Borsten“ das letzte Krümelchen aus den Pflasterritzen heraus beförderten. Et Jefei kehre war eine äußerst unbeliebte, langwierige und schweißtreibende Arbeit.

Jierdrögg 
Die Eifeler Bezeichnung für Gertrud. Jierdröggendaach (Gertrudentag) war im bäuerlichen Jahresablauf ein ganz besonderer Tag, weil hier die Arbeit in Feld und Garten einsetzte. Jierdröggendaach war im Bauernkalender der Frühlingsanfang. Eine Bauernregel besagt : „Sonniger Gertrudentag Freud dem Bauer bringen mag“. Weitere Formen von Gertrud waren Draut, Drout oder Drögg, im Alltag aber eher in Drautche, Droutche und Dröggche umgewandelt. In Blankenheimerdorf gab es früher das Geschäft „Aan Jierdrögge“, zu dem auch eine Bäckerei gehörte. Es ist das Stammhaus des heutigen modernen Kaufhauses Bell, dessen Seniorchef Hans-Josef auch die Bäckerei führt. Aan Jierdrögge war der typische Allerweltsladen, in dem vom Streichholz über Beißemsdroht (Besenbinderdraht), Farben, Brot und Hefeteilchen bis zu Axt und Heugabel alles zu haben war, was der Eifelbauer im Alltag benötigte. Aan Jierdrögge war, wie in allen übrigen „Dörfer“ Geschäften, sonntags nach der Messe der Laden ein Stündchen für die Kirchgänger aus Nonnenbach geöffnet, denen dadurch ein besonderer Einkaufstag erspart blieb.

Jöckääsch (weiches ö)
Ein längst verloren gegangenes Mundartwort aus Kindertagen. Jöck bedeutet Juckreiz und Ääsch ist die Mehrzahl der bekannten Vier Buchstaben, bedeutet also „Hinterteile“. Es wäre nun aber absolut falsch, aus dieser Kombination auf ein unfeines Wort zu schließen, vielmehr war „Jöckääsch“ der besonders bei den Kindern übliche Ausdruck für die Hagebutten. Die schönen roten Früchte der Wild- oder Heckenrose beinhalten unzählige „Nüsschen“, deren winzige Härchen auf der menschlichen Haut ein fürchterliches Jucken hervorrufen. Dieses natürliche Jöckpolever (Juckpulver) platzierten wir unbemerkt hinter den Hemdkragen des Schulkameraden. Dabei durfte man sich aber tunlichst nicht erwischen lassen, besonders dann nicht, wenn das „Opfer“ kräftiger war als der „Täter“.

Jött
Landläufige Bezeichnung für die Taufpatin, die ihr Patentöchterchen liebevoll et Jöttche nannte. Die Jött war in der Regel eine enge Verwandte und gehörte zur Hausgemeinschaft. Sie war in ihrem Wesen vergleichbar mit der „Babička“, die der Sänger Karel Gott in seinem gleichnamigen Schlager beschreibt: Der gute Geist im Haus, die Trostquelle in jedem Kinderleid. Dorfbezogene Bezeichnungen für bestimmte Personen waren früher häufig, Büb etwa oder Männ. Bei uns daheim wurde unsere Tante Elisabeth im Dorf allgemein nur „Jött“ genannt. Sogar Lehrer Gottschalk schmunzelte bei der Durchsicht meiner Hausaufgaben: „Da hat dir aber Jött mal wieder geholfen“. Das männliche „Gegenstück“ zu Jött und Jöttche war und ist der Patt und sein Patensohn, das Pättche.

 

erop

zeröck