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21.07.2010




 

Blankenheimerdorf am 21.07.2010

Herzlich willkommen in Blankenheimerdorf

Waachhecke
Der Eifeler Name für den Gemeinen Wacholder. Der stachelige Immergrün wird bis zu fünf Meter hoch und war in 2002 Baum des Jahres. Auf den Kalkmagerböden der Flurbereiche Katzekuhl und Bierth bei Blankenheimerdorf gab es noch nach dem Krieg größere Wacholderbestände. Hier holten sich die Bauern bündelweise Waachhecke als Würzzusatz beim Räuchern nach der Hausschlachtung. Tatsächlich verleiht der Wacholder beispielsweise dem Eifeler Räucherschinken eine köstliche Duft- und Geschmacksnote. Der Wacholder ist heute naturgeschützt, nur noch die Beeren dürfen eingesammelt werden. Mit ihrem Wacholderschutzgebiet „Lampertstal“ besitzt die Gemeinde Blankenheim das größte zusammenhängende Schutzgebiet dieser Art in NRW und das Drittgrößte in der Bundesrepublik Deutschland.


Wann

Der „Wann“ war zur Zeit unserer Eltern ein bei der Getreidereinigung unentbehrliches Gerät, ein wannenartiger flacher Korb aus Weidengeflecht, etwa einen Quadratmeter groß, mit zwei Handgriffen und einem etwa 30 cm hohen Rand, der sich an den beiden Griffseiten zur Vorderkante hin verjüngte. Das Gerät hieß offiziell „Getreideschwinge“. Das mit dem Flegel ausgedroschene Getreide wurde portionsweise in den Wann gefüllt, mehrfach in die Höhe geworfen und wieder aufgefangen. Dabei wurden durch den Luftzug Kaaf und Staub von den Körnern getrennt, nach Möglichkeit wurde zusätzlich Durchzug auf der Scheunentenne erzeugt. Das Wannschwingen war harte Knochenarbeit.

Wannmöll (weiches ö)
Analog zum Wann die „Wannmühle“, eine handbediente Maschine zur mechanischen Getreidereinigung. Die offizielle Bezeichnung ist „Windfege“. Der Wann wurde in der Maschine durch ein Schüttelsieb ersetzt, das nur die Körner und die Kaaf durchfallen ließ. Ein Windrad erzeugte einen kräftigen Luftstrom, der im Sinne des Wortes „die Spreu vom Weizen trennte“ und wegblies. Die Kaaf war als Viehfutter oder als Füllung für den Kaafsack verwertbar. Ähren, Strohreste oder sonstiges grobes Material sammelten sich separat in einer Auffangvorrichtung am rückwärtigen Teil der Maschine. Die gereinigten Körner, auch Kidder genannt, wurden unter der Schüttung im Wann aufgefangen. Ein Vorgänger der Wannmöll war die Fauch, eine Maschine mit ähnlichen Funktionen.

Week 
Die Eifeler Week ist alles andere als die englische Woche und wird auch nicht „wiek“ gesprochen. Eine Verbindung zur englischen Sprache besteht aber vermutlich doch, denn Week wurde bei uns der Lampendocht genannt und der wiederum heißt auf Englisch „Wick“. Im Krieg, als wir keinen elektrischen Strom hatten, waren wir auf die Stejnollichslüech (Petroleumlampe) als Lichtspender angewiesen. Deren Week verkohlte nach längerem Betrieb am Brennerrand und mußte mit einer besonderen Schere geschneuzt (gereinigt, beschnitten) werden. Wenn die Lüech nur noch funzelte, meinte unsere Jött ärgerlich: „Dräh ens die Week jät erop, die moß jeschneuz were“ (Dreh den Docht mal etwas hoch, der muß geschneuzt werden). Das Schneuzen in diesem Zusammenhang erregte stets unsere Heiterkeit. Der Lampendocht war übrigens in Eifeler Mundart weiblichen Geschlechts: Die Week.

Wehrries
Hochdeutsch „Wehrreis“, bezeichnet ein früher übliches Sperrzeichen an Feld- oder Wiesenflächen. Es verbot (wehrte) in erster Linie das Beweiden durch Wanderschafherden und Weidevieh, aber auch das Befahren etwa mit dem Ackerwagen und das Aufsammeln von Getreideähren. Der Ausdruck Wehrries war ausschließlich in Blankenheimerdorf üblich (Rheinisches Wörterbuch Band 9 Spalten 355/56), allgemein gebräuchlich war die Bezeichnung Strühwösch oder auch Strühwöüsch (Strohwisch). Das Wehrries war ein in die Erde gesteckter mannshoher Stock, an dem ein Bündel Stroh oder Ginster befestigt war. Gelegentlich benutzte man auch einen belaubten Ast aus dem nächsten Busch, ein Ries (Reis) also, daher der Name Wehrries. Der Strohwisch und damit auch das Wehrries waren noch um 1900 als rechtsverbindliches Zeichen in den Feldpolizeiverordnungen der Länder festgeschrieben.

Wejerberch
Übersetzt : Weiherberg, ein spezieller „Dörfer“ Ausdruck, Flurbezeichnung am nördlichen Ortsrand an der Straße „Im Weiher,“ deren Verlängerung als befestigter Wirtschaftsweg über die Wejerberchbröck (Brücke) die ehemalige Ahrtalbahn überquert. Neben dem zur Brücke führenden Straßendamm lag bis zur kommunalen Neuordnung die örtliche Müllkippe, die den nächsten Anliegern ein ständiger Dorn im Auge war. Im Jahr 1954 ließ Bürgermeister Schang (Johann) Leyendecker wegen der dauernden Proteste auf der Müllhalde Rattengift auslegen und bestellte bei meinem Vater Vossen-Hein ein entsprechendes Warnschild für die Kippenbenutzer: „Vorsicht, Rattenköder ausgelegt.“ Ich selber habe stundenlang über der Beschriftung geschwitzt. Monatelang prangte das Schild auf dem Müllberg, der Ratten wurden aber immer mehr, woraus clevere Zeitgenossen den Schluss zogen, dass es sich wohl um „Leseratten“ handeln müsse, die der deutschen Schrift mächtig seien und sich entsprechend der Schilderwarnung vor dem Gift in Acht nähmen.

Wirwel
Der mundartliche Wirwel war ein selbstgefertigter hölzerner Verschluss an Türen, Fenstern, Möbelstücken oder Truhen, eine Art Riegel oder Feststeller mit der offiziellen Bezeichnung „Vorreiber,“ der heute noch in den verschiedensten Formen aus Metall hergestellt wird. Wirwel ist abgeleitet von „Wirbel“ und deutet auf eine Drehfunktion hin. Tatsächlich war der Wirwel in der Regel zum Ver- oder Entriegeln drehbar, gelegentlich wurde aber auch der hölzerne Schiebeverschluss als Wirwel bezeichnet. Unsere beiden schmalen Huusfenstere (Küchenfenster) daheim besaßen als Verschluss einen Wirwel. Eins der Fenster wurde nie geöffnet, der Wirwel war im Lauf der Jahre durch wiederholtes Lackieren des Fensterrahmens festgeklebt und nicht mehr drehbar. Auch unsere Kellertür wurde durch einen, auf den Rahmen geschraubten massiven Holzwirwel verschlossen, ein richtiges Schloss gab es nicht.

 

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